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Argumentationshilfen gegen Rassismus und Vorurteile

„Das sind doch alles Wirtschaftsflüchtlinge!“ - wenn man mit solchen und ähnlichen Parolen konfrontiert ist, ist eine schlagfertige Entgegnung wichtig, aber alles andere als leicht. Denn bauernschlaue Parolen abzufeuern ist viel einfacher, als differenziert zu argumentieren. Aber letzteres ist enorm wichtig, wenn wir Hetze und Ressentiments eindämmen wollen. Und das müssen wir – denn auf die Hetze folgt schnell rassistische Gewalt. Wir versammeln im folgenden empfehlenswerte Argumentationshilfen gegen rassistische und andere Vorurteile.

Mit Nazis diskutieren? Macht meist keinen Sinn. Menschen mit geschlossenem rechtsextremen Weltbild sind Argumenten selten zugänglich. Aber mit allen anderen lohnt es sich zu diskutieren – und Überzeugungsarbeit zu leisten gegen völkisches Denken und Rassismus, für Solidarität und Menschenrechte. Um das zu erleichtern haben wir dazu einige Handreichungen zusammengestellt: 

 

Pro Asyl und Amadeu Antonio Stiftung: »Pro Menschenrechte. Contra Vorurteile«

Die kleine handliche Broschüre mit dem Untertitel „Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge in Deutschland und Europa“ gibt 14 typische Aussagen wieder, die in Deutschland gegen die Aufnahme und den Schutz von Flüchtlingen angeführt werden – von „Europa kann doch nicht die ganze Welt aufnehmen“ bis „Wir werden überfremdet“. Auf die Stammtischparolen folgt stets eine faktenstarke Gegenargumentation. Die Broschüre liegt mittlerweile in der dritten Auflage vor, zuletzt aktualisiert wurde sie im Mai 2017. In der Regel ist sie bei Pro Asyl unter unten stehendem Link auch in einer gedruckten Version bestellbar:

Pro Menschenrechte. Contra Vorurteile (Mai 2017, Din A 6, 40 Seiten)

 

»Sprachfähig in der Flüchtlingsdebatte: Fakten und Argumente gegen rechte Parolen und Vorurteile«

Das 46-Seitige Papier des Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz und weiterer Initiativen vom November 2016 diagnostiziert, dass es angesichts der vielen Angriffe auf Flüchtlinge eigentlich eine breite Debatte über rassistische Gewalt bräuchte – dass stattdessen aber vor allem über Flüchtlinge debattiert wird. Und dass dabei jene, die sich für Flüchtlingsschutz und Menschenrechte einsetzen, immer häufiger rechtfertigen müssen. Die vorliegende Veröffentlichung fragt in ihrem ersten Teil nach den Gründen für diese verschobene Debatte und versucht, Wege aus der Defensive aufzuzeigen, in die Flüchtlinge und ihre Unterstützer/innen geraten sind. Im zweiten Teil der Broschüre werden dann den gängigsten Parolen und Vorurteilen gegen Flüchtlinge korrigierende Daten und Fakten gegenübergestellt. Zusammen zielen beide Teile darauf ab darauf ab, in der so genannten „Flüchtlingsdebatte“ insbesondere diejenigen sprachfähig zu machen, die sich haupt- und ehrenamtlich für Flüchtlinge und für das Grundrecht auf Asyl einsetzen.

»Sprachfähig in der Flüchtlingsdebatte: Fakten und Argumente gegen rechte Parolen und Vorurteile« (PDF, 46 Seiten, November 2016)

 

Handreichungen zum Thema rassistische Hetze im Internet 

Die Handlungsempfehlungen der Amadeu Antonio Stiftung mit dem Titel »Hetze gegen Flüchtlinge in sozialen Medien« zeigen Möglichkeiten auf, wie man im Internet auf rassistische Aussagen reagieren kann. Zunächst erläutert die Broschüre die üblichen Strukturen rassistischer Hetze, zeigt dann, wie rassistische Postings oder Kommentare auf Facebook gemeldet und angezeigt werden können und erläutert dann Argumentationsstrategien für „Counterspeech“ - also Gegenrede gegen rassistische Hetze im Netz: etwa, wie man rassistische Gerüchte widerlegen kann. Auch auf das Thema Selbstschutz geht die Broschüre ein: Was tun, wenn man zum Ziel persönlicher Online-Attacken von Rassisti*innen und Neonazis wird?

»Hetze gegen Flüchtlinge in sozialen Medien« - Handlungsempfehlungen (PDF, Din A 4, 20 Seiten, 2016)

Die Broschüre »Hate Speech: Erkennen - Reagieren – Anzeigen« des Flüchtlingsrat Thüringen e.V. widmet sich ebenso dem Thema Hetze im Netz, ist aber etwas knapper gehalten. Sie bietet eine kurze Analyse des Problems sich selbst radikalisierender Filterblasen, der Normalisierung von rassistischem Hass und dem Zusammenhang mit rassistischer Gewalt und rät dazu, rassistischen Aussagen konsequent zu widersprechen, Hate Speech bei Facebook zu melden und Aussagen, die strafrechtlich relevant sein könnten, zur Anzeige zu bringen.

»Hate Speech: Erkennen - Reagieren – Anzeigen: Zum Umgang mit Hetze im Internet« (Din A5, 16 Seiten, März 2017)

 

Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD

Die Amadeu Antonio Stiftung hat diese Handreichung im April 2016 unter dem Titel „Nachfragen, Klarstellen, Grenzen setzen“ herausgegeben. Sie enthält nicht nur Anregungen für den Umgang mit AFD-Positionen, sondern auch Hinweise auf weiterführende Webseiten und Institutionen, die für die Auseinandersetzung hilfreiche Informationen geben. „Mit einer Partei, die die Gleichheit aller Menschen bestreitet, kann man nicht in den Dialog treten. Aber man kann ihr argumentativ entgegentreten, nachbohren und sie zur Rede stellen“, heißt es im Vorwort der Broschüre

Nachfragen, Klarstellen, Grenzen setzen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD (PDF, 16 Seiten, April 2016)

 

»Wahrnehmen – Deuten – Handeln. Rechtsextremismus in der Sozialen Arbeit keinen Raum bieten«

Die Broschüre des Paritätischen Gesamtverbands und der Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) enthält viele Tipps und Sachinformationen, die nicht nur für die in der Broschüre genannten Zielgruppen wie Vereinsmitglieder, Betriebsräte und Vermieter von Veranstaltungsräumen relevant sind: Im Kapitel „Wahrnehmen“ zeigt sie Strategieren der Rechtsextremen Szene auf („Bürgernähe“, „nationale Jugendarbeit“, „Wortergreifungsstrategie“ etc.), erläutert unter „Deuten“ die aktuellen Erkennungszeichen der rechtsextremen Szene und hält im Kapitel „Handeln“ Tipps bereit, wie Vereine, Institutionen und Vermieter*innen von Veranstaltungsräumen sich gegen Rechtsextremismus engagieren können.

»Wahrnehmen – Deuten – Handeln. Rechtsextremismus in der Sozialen Arbeit keinen Raum bieten« (PDF; 48 Seiten, Dezember 2016)

 

Orientierung im Umgang mit Rechtsextremismus in Kindertagesstätten

Viele rechte Skinheads der 1990er Jahre sind inzwischen Eltern geworden. Sie haben ihr Auftreten geändert, aber die gleichen Gedanken im Kopf und geben diese an ihre Kinder weiter. Dort, wo die rechte Szene früher auf der Straße stark war, spielt sich heute die Konfrontation in der Kita ab. Was können Kita-Leitungen, Erzieher*innen und Eltern tun, wenn sie in der Kita mit Rassismus und Rechtsextremismus konfrontiert werden?

Wer kommt denn da sein Kind abholen? Eine Orientierung im Umgang mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Kindertagesstätten (2015)

 

 

Foto: flickr / strassenstriche.net

Ehrenamtliche Unterstützung von Flüchtlingen

Unglaubliche 15.000 Projekte für und mit Geflüchteten sind zwischen 2015 und 2016 in Deutschland entstanden. In der öffentlichen Debatte sind die Stimmen der »Besorgten« jedoch häufig lauter als die Stimmen jener, die auf die hohe Zahl der Neuankömmlinge mit Engagement, Empathie und Kreativität reagiert haben. Das Buch von Werner Schiffauer, Anne Eilert und Marlene Rudloff will das ändern.

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