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Hilfe für Helfer

Was tun bei rechter Gewalt und Einschüchterungsversuchen?

2016 hat es nach Zahlen des Innenministeriums in Deutschland mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Immer wieder werden auch Flüchtlingshelfer*innen zum Ziel von Angriffen, Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen. Was tun bei rechten Anfeindungen? Wir stellen Tipps und AnsprechpartnerInnen zusammen.

In manchen Regionen und Orten müssen Menschen, die Flüchtlinge unterstützen, Anfeindungen und Bedrohungen seitens rechter Gruppen oder Einzelpersonen fürchten. Geflüchtete sind so gut wie bundesweit von rassistischen Übergriffen bedroht. Wir fassen hier in Kürze zusammen, wo Betroffene rechter Übergriffe Hilfe finden.

 

Beratungsstellen für Opfer rechter und rassistischer Gewalt

Wer Opfer einer konkreten Bedrohung oder eines Übergriffs wird, sollte sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen – auch wenn man sich noch unsicher ist, ob man die Polizei einschalten soll. In fast allen Bundesländern gibt es Beratungsstellen für Menschen, die von rassistisch motivierten Übergriffen bedroht oder betroffen sind. Die Stellen sind unabhängig, arbeiten vertraulich (auf Wunsch anonym), mehrsprachig (notfalls mit Übersetzung) und kommen zum Wohnort der Ratsuchenden oder einem Ort ihrer Wahl. Beratung ist in vieler Hinsicht empfehlenswert, unter anderem auch weil Opfer rassistischer Gewalt unter Umständen "Härteleistungen" erhalten können - eine Soforthilfe des Staates für Opfer extremistischer Übergriffe. In Berlin und Brandenburg können ausreisepflichtige Opfer rassistischer Gewalt unter Umständen ein Bleiberecht erhalten. Eine Übersicht über die Beratungsangebote in den Bundesländern findet sich hier:

Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

 

Broschüre „Im Fokus von Neonazis – Rechte Einschüchterungsversuche“

Die Broschüre gibt Tipps zum Umgang mit Bedrohungen auf der Straße, zu Hause und im Büro, bei Veranstaltungen und im Internet. Sie wendet sich an potenziell wie akut Betroffene und deren soziales Umfeld. Wie kann ich damit umgehen, wenn organisierte Neonazis im Internet gegen mich oder meine Initiative hetzen, wenn rechte Parolen ans Haus geschmiert oder Drohbriefe geschrieben werden? Was hat es zu bedeuten, wenn ich auf einer Kundgebung von Rechten fotografiert werde? Die Broschüre wurde vom Potsdamer Verein Opferperspektive herausgegeben. Zwar beziehen sich die Beispiele und der Adressteil auf Brandenburg, die fachlichen Ausführungen sind aber überregional gültig und unabhängig vom Wohnort hilfreich.

Broschüre „Im Fokus von Neonazis – Rechte Einschüchterungsversuche“


Ratgeber für Geflüchtete in einfacher Sprache: Unterstützung nach einem rassistischen Angriff.

Der kurze und sehr einfach geschriebene Ratgeber für Geflüchtete gibt einen kurzen und leichtverständlichen Überblick, was Betroffene nach einem rassistischen Angriff tun können: Was ist unmittelbar nach der Tat zu tun? Wie läuft ein Verfahren ab? Wie kann man mit der Tat umgehen? Welche Beratungsstellen gibt es? Herausgegeben wird die Broschüre vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.

Ratgeber »Unterstützung nach einem rassistischen Angriff«

 

Broschüre »Was tun bei rechten, rassistischen und antisemitischen Angriffen?«

Der erste Teil dieser ausführlichen Broschüre klärt auf, wer Betroffene rechter Gewalt sein können und stellt Unterstützungsangebote dar. Darüber hinaus finden sich hier wichtige Aspekte zu gesellschaftlicher Positionierung und politischer Inter­vention. Im zweiten Abschnitt finden sich Erläuterungen zu möglichen psychischen Folgeerscheinungen des Angriffs. Der dritte Teil widmet sich schließlich dem Komplex der juristischen Aufarbeitung des Angriffs. Hier werden wichtige Fragen zu Strafverfahren und Schadensersatz erklärt. Der anschließende Abschnitt richtet sich an Betroffene, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben und informiert über aufenthaltsrechtliche Fragen und Fragen nach der medizinischen Versorgung nach einem Angriff.

»Was tun bei rechten, rassistischen und antisemitischen Angriffen?« (PDF, November 2011, 2. Auflage )

 

Was tun gegen Anfeindungen im Internet?

Informationen zum Thema, wie man sich gegen rechte und rassistische Hetze engagieren und wehren kann, finden sich in unserer Übersicht „Argumentationshilfen gegen Rassismus und Vorurteile“ - hier finden sich unter anderem auch Tipps, wie man sich verhalten kann, wenn man Opfer von Mobbing-Attacken im Internet wird.

Argumentationshilfen gegen Rassismus und Vorurteile

 

 

Ehrenamtliche Unterstützung von Flüchtlingen

Unglaubliche 15.000 Projekte für und mit Geflüchteten sind zwischen 2015 und 2016 in Deutschland entstanden. In der öffentlichen Debatte sind die Stimmen der »Besorgten« jedoch häufig lauter als die Stimmen jener, die auf die hohe Zahl der Neuankömmlinge mit Engagement, Empathie und Kreativität reagiert haben. Das Buch von Werner Schiffauer, Anne Eilert und Marlene Rudloff will das ändern.

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