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Schulungsmaterialien

Teilhabe statt Paternalismus: Partizipation von Geflüchteten im Ehrenamt

Immer mehr Geflüchtete wollen sich selbst ehrenamtlich engagieren. Und immer mehr Projekte entdecken, wie wichtig die Teilhabe von Geflüchteten in den ehrenamtlichen Strukturen ist. Wenn Geflüchtete selbst als aktiv Handelnde gewonnen und die dafür notwendige Rahmenbedingungen geschaffen werden, hat das für alle viele Vorteile. Wir versammeln hier dazu hilfreiche Impulse.

Wie können Geflüchtete als Ehrenamtliche gewonnen werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es? Was ist zu bedenken und zu beachten? Wir haben einige Materialien herausgesucht, die zu diesem Thema Anregungen bieten können.


Zur Einführung: „Von der Begleitung zur Teilhabe“

Der in der Broschüre „So wirkt Engagement“ veröffentlichte Artikel „Von der Begleitung zur Teilhabe“ zeigt, dass Geflüchtete oft sehr wichtige Kompetenzen und auch viel Motivation für ehrenamtliches Engagement mitbringen – und dass sie dennoch oft intensive Begleitung brauchen, um sich als Ehrenamtliche einbringen zu können. Auch müsse in vielen Projekten Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Geflüchtete nicht automatisch als passiv und hilfsbedürftig wahrgenommen, sondern als aktive und mitgestaltende Engagierte ernst genommen werden.

=> Geflüchtete im ehrenamtlichen Engagement: „Von der Begleitung zur Teilhabe“In: So wirkt Engagement - Ehrenamtsförderung in der Geflüchtetenarbeit (PDF, November 2017, Siehe Seite 11)


Motivationslagen berücksichtigen

Wie einheimische Ehrenamtliche bringen geflüchtete Engagierte verschiedenste Motivationen mit. Wer Geflüchtete in lokale Ehrenmtsprojekte integrieren will, sollte diese kennen und berücksichtigen. Viele Geflüchtete äußern etwa, dass sie angesichts von Arbeitsverboten oder anderen Einschränkungen und Diskriminierungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt nach einer sinnvollen Tätigkeit suchen, die ihnen bei der Ankunft und der Integration hilft. Eine ehrenamtliche Tätigkeit wird oft als Einstieg in das Arbeitsleben angesehen. Anders als etwa für deutsche RentnerInnen haben formelle Anerkennungen oder im Rahmen des Ehrenamts erworbene Qualifikationsnachweise für Geflüchtete daher oft große Relevanz: Sie können später eventuell für Bewerbungsverfahren wichtig sein. Darauf und auf viele andere Aspekte weist etwa das Working Paper des Minor-Projekts „Perspektive Teilhabe“ hin. Lesenswert im hier fokussierten Zusammenhang ist vor allem Kapitel 8 „Freiwilliges Engagement geflüchteter Menschen“:

=> Working Paper des Projekts „Perspektive Teilhabe - Freiwilligenarbeit mit Geflüchteten“ (PDF, Dezember 2016)

Demokratie erlebbar machen

Impulse für mehr Teilhabechancen für Geflüchtete will auch das Netzwerk Bürgerbeteiligung bieten: Unter dem Titel »Integration braucht Beteiligung – Partizipation und Engagement von und mit Flüchtlingen« formuliert ein “Netzwerkimpuls”, warum Geflüchtete am Ehrenamt teilhaben sollten und wie dies ermöglicht werden kann. Ein Aspekt, den das Netzwerk betont, ist, dass Integration ins Ehrenamt “praktische Demokratieerfahrungen” bieten kann, die für die politische Integration von Geflüchteten eine wichtige Rolle spielen können.

=> Netzwerkimpuls »Integration braucht Beteiligung – Partizipation und Engagement von und mit Flüchtlingen« (Stand: 14. Juni 2016)


Rechtliche Rahmenbedingungen

Die entwicklungspolitische Organisation “Engagement Global” bietet einen Leitfaden, der vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen des Engagements von Geflüchteten in den Blick nimmt und sich als Anregung an die Kommunalverwaltungen und an zivilgesellschaftliche Akteure versteht, Geflüchteten den Einstieg in ehrenamtliches Engagement zu erleichtern. Der Leitdaden enthält unter anderem ein Kapitel mit Praxisbeispielen ehrenamtlich tätiger Geflüchteten, praktische Hinweise und Handlungsempfehlungen zur Unterstützung für die jeweiligen staatlichen oder nichtstaatlichen Akteure und eine Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Integration von Geflüchteten ins Ehrenamt. Ebenso Teil der Publikation ist ein Kapitel zur Frage, unter welchen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sich Geflüchtete in Initiativen und Vereinen, kommunalen Einrichtungen sowie der Kommunalverwaltung als Referenten oder als Praktikanten betätigen können.

=> Dialog Global: Rechtliche Rahmenbedingungen des Engagements von Geflüchteten. Ein Praxisleitfaden (PDF, 60 Seiten, Oktober 2017)

Peers Helfen” - ein Beispiel aus der Praxis

Eines von vielen Projekten, die in der Praxis zeigen, wie Integration von Geflüchteten ins Ehrenamt aussehen kann, ist das Projekt „Peers Helfen – Selbstbestimmt im neuen Land“ der Freiwilligenagentur Wolfenbüttel. Im Rahmen des Programms werden Geflüchtete als ehrenamtliche BeraterInnen ausgebildet, die wiederum anderen Geflüchteten weiterhelfen. Das Projekt will so die Erfahrungen der Geflüchteten nutzen und ihnen zugleich Teilhabechancen eröffnen. Das Projekt hat zum Ziel, innerhalb von drei Jahren 90 Neuzugewanderte in das Ehrenamt zu bringen und 45 Institutionen dahingehend zu sensibilisieren, dass sie Neuzugewanderte als Ehrenamtliche einsetzen.

=> Projekt „Peers Helfen – Selbstbestimmt im neuen Land“

Ehrenamtliche Unterstützung von Flüchtlingen

Auf dieser Webseite finden Sie Informationen und Materialien, die für das Programm „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung der ehrenamtlichen Unterstützung von Flüchtlingen“ zusammengestellt werden. Im Rahmen dieses Programms werden ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer qualifiziert und Projekte für Asylsuchende und Flüchtlinge gefördert.

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